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Neuromodulation / Hirnfunktionstraining

Neurofeedback

Eine Spezialrichtung des Biofeedbacks

Neurofeedback ist eine computergestützte Trainingsmethode, bei der Gehirnströme (EEG) über Elektroden auf der Kopfhaut in Echtzeit gemessen werden. Eine spezielle Software analysiert diese Signale und ordnet sie verschiedenen Frequenzbereichen zu. Diese „Hirnwellen“ geben Aufschluss über unseren aktuellen mentalen Zustand – egal ob wir gerade konzentriert, gestresst oder entspannt sind. Je nach Anforderung und Situation verändern sich diese Muster ständig.

Der Trainingsprozess: Lernen durch Rückmeldung

Im Ruhezustand dominieren meist langsame Frequenzen, während kognitive Höchstleistungen schnellere Wellen in bestimmten Hirnarealen erfordern. Beim Neurofeedback lernt der Klient, diese Prozesse aktiv zu steuern:

  • Feedback-Schleife: Der Klient sieht oder hört auf einem Monitor direkt, wie sich seine Hirnaktivität verändert.
  • Erfolgsprinzip: Durch diese unmittelbare Rückmeldung erkennt das Gehirn, welche Zustände „belohnt“ werden. Mit der Zeit gelingt es immer schneller, die gewünschte Aktivität gezielt abzurufen.
  • Alltagstransfer: Ziel ist es, diese neu erlernten Regulationsmechanismen fest zu verankern, um sie auch außerhalb der Therapie – im stressigen Alltag oder in Prüfungssituationen – abrufen zu können. Dies steigert das allgemeine Wohlbefinden nachhaltig.

Dauer und Intensität der Behandlung

Eine typische Sitzung dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Davon entfallen mindestens 30 bis 35 Minuten auf die reine Trainingszeit, um dem Gehirn genügend Raum für den Lernprozess zu geben. Frequenz: Ideal sind zwei Termine pro Woche, besonders in der Anfangsphase, um einen kontinuierlichen Lernfortschritt zu gewährleisten. Gesamtdauer: Erfahrungsgemäß umfasst eine Therapie zwischen 20 und 40 Einheiten.

Anwendungsbereiche und Wirksamkeit

Die Effektivität von Neurofeedback ist wissenschaftlich fundiert. Besonders bei AD(H)S, Epilepsie und Migräne gilt die Wirksamkeit durch zahlreiche Studien als belegt. Darüber hinaus wird die Methode erfolgreich bei den folgenden Krankheitsbildern eingesetzt: Depressionen und Angststörungen, Tinnitus, Rehabilitation nach Schlaganfällen und Schlafstörungen.

Studien

Distinct EEG effects related to neurofeedback training in children with ADHD:
a randomized controlled trial. (Gevensleben et al. 2005)
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19712709/

Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) - Effekte auf
Verhaltens- und neurophysiologischer Ebene. (Grevensleben et al. 2010)
https://www.adhs-studien.info/docs/Neurofeedback-Training_bei_Kindern_mit_ADHS.pdf

Foundation and practice of neurofeedback for the treatment of epilepsy. (Sterman & Egner 2006)
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16614940/

Neurofeedbackgestütztes EEG-α- und EEG-β-Training - Wirksamkeit in der Therapie des chronisch-dekompensierten Tinnitus. (Schenk et al. 2005)
https://link.springer.com/article/10.1007/s00106-004-1066-4

A Clinical Outcome Study Of Neurofeedback And Biofeedback For Migraine Headache. (Fisher 2010)
https://www.bmedreport.com/archives/9089

Wir bieten drei bewährte Neurofeedback-Verfahren an, die individuell
auf die Bedürfnisse unserer Klient:innen abgestimmt werden:

ILF-Training (Infra Low Frequency Neurofeedback)

ILF-Neurofeedback arbeitet mit sehr langsamen Gehirnwellenfrequenzen (unter 0, 1 Hz). Diese Form des Neurofeedbacks zielt besonders auf die Stabilisierung und Regulation des zentralen Nervensystems ab.

Anwendungsgebiete

  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Angst- und Panikstörungen
  • Schlafstörungen und chronische Erschöpfung
  • Migräne, chronische Schmerzsyndrome
  • AD(H)S, Autismus-Spektrum-Störungen
  • Stressintoleranz und emotionale Instabilität
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Sucht
  • Neurologische Erkrankungen
  • Sprech- und Sprachstörungen
  • Kognitive Einschränkungen
  • Peak-Performance


SCP-Training (Slow Cortical Potentials Neurofeedback)

SCP-Neurofeedback trainiert langsame kortikale Potenziale - elektrische Spannungsveränderungen, die mit Aktivierungs- oder Hemmungsprozessen im Gehirn zusammenhängen. Diese Form des Neurofeedbacks zielt besonders auf die Verbesserung der Fähigkeit, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln ab.

Anwendungsgebiete

  • AD(H)S, Autismus-Spektrum-Störungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Angst- und Panikstörungen
  • Schizophrenie
  • Sucht
  • Epilepsie
  • Depressionen
  • Migräne, chronische Schmerzsyndrome
  • Impulsivität, affektive Instabilität
  • Schlafstörungen
  • Chronische Erschöpfung z.B. Fatigue, Long-Covid
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Stressintoleranz und emotionale Instabilität
  • Peak-Performance


Frequenzband-Training (Frequency Band Neurofeedback)

Das EEG setzt sich aus verschiedenen Frequenzbereichen zusammen - darunter Theta (4-8 Hz), Alpha (8-12_Hz), SMR (12-15 Hz) oder Beta (15-21 Hz). Diese Frequenzen spiegeln unterschiedliche neuronale Zustände wider, etwa Entspannung, Wachheit oder Fokus. Dysbalancen im Frequenzprofil können mit bestimmen Symptomen einhergehen, z.B. Unruhe, Konzentrationsstörungen oder Schlafprobleme. Beim Frequenzband-Training wird gezielt ein oder mehrere Frequenzbereiche trainiert - je nachdem, ob diese verstärkt oder gehemmt werden sollen.

Anwendungsgebiete

  • AD(H)S
  • Schlafstörungen
  • Sucht
  • Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten
  • Migräne, chronische Schmerzsyndrome
  • Epilepsie
  • Tinnitus
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Stressintoleranz und emotionale Instabilität
  • Peak-Performance