SI-Therapie und Reflexintegration
Die Verarbeitung von Sinnesreizen verbessern
Sensorische Integration (SI-Therapie)
Die Sensorische Integration beschreibt die Fähigkeit unseres Nervensystems, Sinnesreize aus dem Körper und aus der Umwelt aufzunehmen, zu verarbeiten und sinnvoll darauf zu reagieren. Dazu gehören beispielsweise Berührungen, Bewegungen, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Geräusche oder visuelle Eindrücke.
Bei manchen Kindern ist diese Verarbeitung erschwert. Sie reagieren möglicherweise sehr empfindlich auf bestimmte Reize, haben Schwierigkeiten mit der Koordination, wirken unruhig, vermeiden bestimmte Bewegungen oder haben Probleme mit Konzentration und Aufmerksamkeit.
Die SI-Therapie unterstützt dabei, die Verarbeitung von Sinnesreizen zu verbessern. Durch gezielte, spielerische Bewegungs- und Wahrnehmungsangebote werden Körperwahrnehmung, Gleichgewicht, Koordination sowie die Fähigkeit zur Selbstregulation gefördert. Ziel ist es, dem Kind mehr Sicherheit im eigenen Körper zu geben und die Bewältigung von Alltagssituationen zu erleichtern.
Frühkindliche Reflexe
Frühkindliche Reflexe sind angeborene, automatische Bewegungsmuster, die bereits während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt vorhanden sind. Sie unterstützen das Überleben und sind wichtige Bausteine für die frühkindliche Entwicklung. Im Laufe der ersten Lebensjahre werden diese Reflexe normalerweise durch die Reifung des Nervensystems integriert und durch bewusst gesteuerte Bewegungen ersetzt.
Bleiben einzelne Reflexe über die normale Entwicklungszeit hinaus aktiv, kann dies Auswirkungen auf verschiedene Bereiche haben, zum Beispiel auf Motorik, Körperhaltung, Gleichgewicht, Konzentration, Lernfähigkeit oder emotionales Verhalten.
Reflexintegration
Die Reflexintegration zielt darauf ab, noch aktive frühkindliche Reflexe nachträglich zu integrieren. Dies geschieht durch spezielle, rhythmische Bewegungsübungen und gezielte Körpererfahrungen, die das Nervensystem ansprechen und Entwicklungsprozesse unterstützen.
Durch regelmäßige Übungen können neue neuronale Verbindungen entstehen, wodurch das Zusammenspiel von Körper und Gehirn verbessert wird. Dies kann sich positiv auf Bewegungsabläufe, Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit, Selbstregulation und das allgemeine Wohlbefinden auswirken.
Die Reflexintegration versteht sich dabei als entwicklungsorientierter Ansatz, der Kinder darin unterstützt,
ihre körperlichen und neurologischen Grundlagen weiter auszubilden.

